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Antarctis Halbumrundung

von Ushuaia (Argentinien) nach Christchurch (Neuseeland)

Auch diese Reise habe ich auf einem sogenannten Expeditions-Kreuzfahrtschiff mit maximal 199 Passagieren unternommen (Hapag Lloyd - Hanseatic inspiration), die Route führte von Ushuaia über Deception Island (Süd Shetland-Inseln), entlang der antarcischen Halbinsel und weiter über Peter I Island, die Bellingshausen-See und Amundsen-See bis ins Ross-Meer und weiter bis Neuseeland. Leider konnten wir die neuseeländischen subantarktischen Inseln nur vom Schiff aus betrachten, zum Teil, weil von den Behörden keine Erlaubnis zum Anlanden oder für einen Zodiak-Cruise erteilt wurde, zum Teil, weil aufgrund der Wetterbedingen mit Sturm und hohem Wellengang dies nicht möglich war. Für die australische Maquarie-Insel war von vorneherein selbst die Annäherung mit dem Schiff untersagt. Ob dies für immer so bleiben wird oder nur der Vogelgrippe-Situation geschuldet ist, ist mir nicht bekannt.

 

Es handelt sich um einen grossen aktiven Vulkan, bei dem der Rand der an einer Seite eingebrochen ist, so dass der ursprüngliche Krater vom Meer geflutet ist, Schiffe können in das Kraterinnere fahren. Der Eingang ist relativ eng und heisst wegen der starken Winde Neptuns Bellows (Neptuns Blasebalg). Am Rand der Caldera brechen immer wieder neue Krater auf, der letzte Ausbruch war 1970.
In der Whalers Bay befand sich die südlichste Walverarbeitungsstätte.
Grosse Teile der Insel sind mittlerweile Sperrgebiet, um dort die Wiederansiedlung von pflanzlichem Leben auf der Vulkanasche wissenschaftlich beobachten zu können.
Tafel-Eisberg vor Deception Island
Tafel-Eisberg vor Deception Island
Tafel-Eisberg vor Deception Island
Tafel-Eisberg vor Deception Island (mit Pinguin)
abtauchender Buckelwal
abtauchender Buckelwal
Zügelpinguine
Zügelpinguine
Zügelpinguin
Zügelpinguin
Neptuns Blasebalg (Neptuns bellows), die Einfahrt in die Caldera von Deception Island
Neptuns Blasebalg (Neptuns Bellows), die Einfahrt in die Caldera von Deception Island
Rand der Caldera
Rand der Caldera an Neptuns Bellows
Kolonie von Zügelpinguinen
Kolonie von Zügelpinguinen
vulkanisches Gestein mit Eisenpigmenten
Whalers Bay
Whalers Bay
vulkanische Wärme
vulkanische Wärme
Überreste aus der Walfängerzeit
Überreste aus der Walfängerzeit
Blick von Ronalds Hill
Blick von Ronalds Hill
Eisbaden
Eisbaden
Über den

Errera Kanal

gelangen wir zu

Danco Island

. Hier lebt eine Kolonie von Eselspinguinen
Errera Kanal
Anlandestelle
Begruessungskomitee auf Danco Island
Begruessungskomitee auf Danco Island
in der Mauser
Dominikanermöwe
landender Wal
landender Wal
Neko Harbour
Pinguin-Highway
Pinguin-Highway
Pinguin-Highways
Pinguin-Highways
Paradise Bay, auch Paradise Harbour genannt ist ein Klassiker für ein Zodiak Cruise. Der Ursprung des Namens liegt in der Zeit der Walfänger, da diese Leute eher nicht grosser Romantik verdächtig sind, bezog er sich seinerzeit wohl weniger auf die paradiesische Schönheit dieser Bucht als vielmehr auf die Tatsache, dass man hier Schutz finden konnte vor den Unbilden anarktischen Wetters.
Mit dem Zodiak kreuzt man hier zwischen treibenden Eisbergen, Eisschollen mit und ohne Robben oder Pinguinen und wenn man Glück hat (wie bei der letzten Reise) auch einem auftauchenden Wal. Moose und Flechten klammern sich an eisfreie Felspartien, leuchtendes Blau ist eine Folge von secundärer Kupfermineralisation. Und Blauaugenkormorane (alias Königskormorane, Antarktische Kormorane) nisten im steilen Fels. Zwei kleine Forschungsstationen sind in der Bucht, die argentinische Station Brown und am Eingang der Bucht die chilenische Station González Videla, die nur sporadisch besetzt ist.
Krabbenfresserrobbe
Krabbenfresserrobbe
Seeleopard
Seeleopard
Blauaugenkormorane
Blauaugenkormorane
secundäre Kupfermineralisation
secundäre Kupfermineralisation
Kapsturmvogel
Kapsturmvogel
argentinische Forschungsstation Base Brown
argentinische Forschungsstation Base Brown
altes Eis
Orca
Orca
Orca
Der Lemaire-Kanal ist eine Meerenge zwischen Festland der antarktischen Halbinsel und einer vorgelagerten Insel (Booth Island), landschaftlich vor allem wegen der begrenzenden Berge spektakulär. Zwei hohe Bergspitzen am Eingang der Enge heissen jetzt offiziel Una Peaks, nachdem der vorherige inoffizielle Name Una's tits war, nach einer Personalbetreuerin des Falkland Islands Dependencies Survey (in einer Mischung aus Ehrung und Sexismus).
Da die Durchfahrt recht eng ist, gelingt es aufgrund der Eislage nicht immer, sie mit dem Schiff zu durchfahren, in unserem Fall scheiterten wir kurz vor der Ausfahrt an querliegenden Eisbergen und mussten umkehren.
Una Peaks
Petermann Island liegt südlich des Lemaire-Kanals (und musste von uns deswegen über einen Umweg erreicht werden). Ihren Namen hat die Insel nach dem deutschen Geographen August Heinrich Petermann. Auf der Insel gibt es eine Kolonie von Adelie-Pinguinen und Eselspinguinen mit Küken, ich habe den Eindruck, hier stinken sie besonders, bereits bei der Anlandung schlägt einem der Gestank entgegen. Was allerdings den Charme der Pinguine nur wenig trüben kann. Es gibt noch Nester mit Eiern, diese späten Küken werden mit hoher Sicherheit den kommenden Winter nicht überleben.
Es gibt eine verlassene ehemalige Forschungsstation, jetzt argentinische Schutzhütte (Groussac-Hütte), drumherum ist Schutzgebiet, dort hat sich eine Kolonie Eselspinguine angesiedelt. In der Nähe dieser ehemaligen Station erinnert ein Kreuz an einen Verstorbenen und eine Gedenktafel an 2 tödlich verunglückte Expeditionsteilnehmer (verunglückt bei einem Skiausflug von der benachbarten britischen Forschungsstation Faraday, die jetzt Vernadsky heisst und von Ukraine übernommen wurde).
Am Prospect Point betreten wir wieder antarktisches Festland. Eine ehemalie britische Forschungsstation wurde bis au die Betonfundamente abgebaut, da sie als nicht historisch erhaltenswert eingeschätzt wurde. Von einem kleinen Rundweg am Gletscherhang hat man einen schönen Blick über die Bucht mit vielen Eisbergen, die vom Wind in die Bucht getrieben wurden. Der Himmel ist bedeckt, wodurch die Blautöne der Eisberge bei einer Zodiakfahrt besonders gut sichtbar werden. Bei der Abfahrt kommen wir immer wieder an Eisschollen mit Krabbenfresserrobben vorbei. Im Widerspruch zu ihrem Namen ernähren sich diese häufigsten Robben der Antarktis nicht von Krabben, sondern von kleinen Krebstieren, überwiegend Krill. Sie haben dafür ein spezielles Gebiss, durch das sie den Krill filtern können ähnlich wie die Wale mit Barten. Wir überqueren jetzt den südlichen Polarkreis und fahren in die Martha Strait, wo wir in einem sogenannten Eisbergfriedhof in mystischer Wolkenstimmung zwischen gewaltigen Eisbergen kreuzen, am auffälligsten der "Arc de Triomphe". Die teilweise bizarren Formen entstehen durch das Zerfallen grosser Tafeleisberge, Schmelz- und Gefrierprozesse und mechanische Erosion durch das Wasser, wodurch die Lage manchmal instabil wird und die Berge sich plötzlich drehen (daher: Abstand!). Der Friedhof entsteht durch Auflaufen der Eisberge in flacherem Wasser oder auch strömungs- und windbedingt, sie schmelzen hier allmählich ab, wodurch sie entweder weiter verdriften können oder sich in immer kleinere Teile auflösen.
die Reste der britischen Forschungsstation aus den 50ern
Bei der Überquerung des Polarkreises kommt traditionell Neptun an Bord und übernimmt das Kommando.